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Zelt – Sammelaktion auf dem Bundesplatz

26.05.2016

Medienmitteilung - Protestcamp auf dem Bundesplatz in Solidarität mit Idomeni

 

Sehr geehrte Medienschaffende,

 

Wir bitten Sie folgende Medienmitteilung der Gruppe Open Eyes Balkanroute in Ihrer Berichterstattung zu berücksichtigen.

 

Mit freundlichen Grüssen,

 

Lars Berger

 

 

Am Donnerstagabend haben Aktivist_innen ein Protestcamp auf dem Bundesplatz errichtet um ihre Solidarität mit den Flüchtenden in Idomeni zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig protestieren sie mit der Aktion gegen die schweizerische Migrationspolitik, die mitverantwortlich ist für die Grenzpolitiken Europas und damit den Tod von Menschen an Grenzen. Die Gruppe OpenEyes Balkanroute hatte zu einer Zeltsammelaktion aufgerufen. Aufgrund der Räumung des Camps in Idomeni haben sie sich für eine Protesaktion auf dem Bundesplatz entschlossen. Sie fordern eine politische Lösung und protestieren gegen die Räumung in Idomeni. Sie protestieren gegen die gewaltsame Räumung des Camps in Idomeni und die Verschleppung der Flüchtenden in Lager oder in ihre Herkunftsländer und fordern sofortige Grenzöffnungen und ein Bleiberecht für Geflüchtete.

 

Bereits kurz nach Beginn der Aktion um 18 Uhr befanden sich mehr als 30 Zelte auf dem Bundesplatz. Immer mehr Personen beteiligen sich an der Aktion und begeben sich vor das Bundeshaus in das Zeltdorf. Später soll es Musik geben. Es hängen farbige Fähnchen. Die Stimmung ist ausgelassen und friedlich.

 

„Mit unserer Aktion heute auf dem Bundesplatz wollen wir dem Prozess des Unsichtbarmachens entgegentreten und unseren Protest gut sichtbar auf diesen symbolträchtigen Platz tragen.“ meint Manuela Fischer, eine der Aktivistinnen auf dem Bundesplatz. „Es muss endlich eine politische Lösung für die Menschen auf der Flucht geben. Die Abschottungspolitik Europas ist unmenschlich und gehört bekämpft!“

 

„Die Schweiz muss endlich einen angemessenen Beitrag leisten um die aktuelle Flüchtlichngssituation bewältigen zu können. Dazu gehört, den EU-Türkei Deal in aller schärfe zu verurteilen und als eines der reichsten Länder der Welt eine grösseren Anzehl Flüchtliche rasch und unbürokratisch aufzunehmen“ fügt ein anderer Aktivist hinzu.

 

Die Aktivistinnen und Aktivisten protestieren gegen die Räumung des Flüchtlingscamps in Idomeni, welche am Dienstagmorgen begonnen hat. Seit Monaten harrten Tausende Flüchtlinge am griechisch-mazedonischen Grenzort Idomeni aus. Bilder der umenschlichen Zustände gingen um die Welt. In den Tagen vor der Räumung sorgte das Camp erneut für Schlagzeilen. Der Regen flutet das komplette Gelände. Die Verzweiflung stieg zeitgleich mit dem Wasserspiegel. NGOs und unabhängige Presseleute mussten das Camp daraufhin verlassen um es unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit einem martialischen Polizeiaufgebot zu räumen. Medico international verurteilt das Vorgehen vor Ort und spricht von einer „Bankrotterklärung der europäischen Flüchtlingspolitik“. Laut medico-Migrationsreferentin Dr. Ramona Lenz gehe es „nicht darum die Lage der Gestrandeten zu verbessern, sondern sie unsichtbar zu machen.“

 

 

Falls erwünscht, wäre es aktuell für Medienschaffende möglich, Aktivist_innen in Griechenland, die zusammen mit den Flüchtlingen verlegt wurden, zu kontaktieren.

 

OpenEyes Balkanroute hat sich letzten Semptember spontan gegründet und unterstützt seither Menschen auf der Flucht unabhängig von Status, Herkunft oder Beweggründen. Entlang der sog. Balkanroute kochte die unabhängige Gruppe über 2000 Malzeiten am Tag. Unter anderem war die Gruppe auch in Idomeni aktiv.

Update von 22:10 ::: Etwa 200 Personen haben sich heute Abend auf dem Bundesplatz im Protestcamp respektive bei der Zeltsammelaktion für die Flüchtlinge in Idomeni und anderswo getroffen – und dabei über 50 Zelte entgegengenommen. Herzlichen Dank allen Spender und Spenderinnen.

 

Update Freitag 10:00 ::: Die gestern auf dem Bundesplatz gesammelten Zelte, Schlafsäcke, Matten usw. wurden heute Morgen in einen Sammeltransport von SUFR verladen. Der LKW macht sich heute auf den Weg Richtung Griechenland.

 

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